pricke

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Wie möchte ich mich vorstellen?

...durch meine Bilder in der Hauptsache. Ich nehme nicht an, dass sie sich alle aus sich selbst heraus erklären. Wenn sie Gefühle wecken, erreichen sie ihr Ziel.
Wie meine ich das?
Fotografie ist ein Medium, das nicht so sehr die Realität zeigt, als hiervon einen Eindruck zu beschreiben und zu erzeugen. Sie erfüllt damit eine Funktion, die wir mit "Bildsprache" bezeichnen und die mehr mit Sprache gemein hat, als uns häufig bewusst wird.
Hieraus leiten sich Wege und Möglichkeiten ab, die mich zu meiner Konzeption fotografischen Handelns führen. Vielfach wird das menschliche Erfahren als ein Zusammenwirken subjektiver Interaktion begriffen, die sich auf den Raum "zwischen" uns und uns selber auswirkt. Wir glauben, dass wir die Welt prägen. Wenn aber "etwas zwischen uns steht", gewinnt der Raum zwischen uns eine eigenständige Bedeutung. Dieser Raum interessiert mich. Er prägt uns, er ist bereits gefüllt und wird wahrgenommen und gefühlt. Er wirkt und stellt sich als gegebener Kontext dar, in dem, aber vor allem, mit dem wir interagieren.
Fotografie kann Medium sein zwischen der Beschreibung aber auch der Prägung eines Umfeldes, das nicht nur passiv geprägt wird, sondern seinerseits aktiv prägt und wirkt.
Dieses Fotografieverständnis löst die Widersprüche der klassisch "abbildenden" Fotografie auf, die daran scheitern kann, dass der Fotograf und der Betrachter selten gemeinsam zur gleichen Zeit zugegen sind, zu klären und zu erklären. Sie befreit von der Fiktion selbsterklärender repräsentierter Realität hin zu einer erklär- und erklärungslosen Bedeutung als Teil einer Sprache. Nur so kann sie ihre Funktion erfüllen als Verweis auf Beschriebenes, ohne es selber zu repräsentieren. Die bei der Betrachtung beabsichtigte Stille, der Verweis auf Eindrücke, Fährten und Spuren von geschichtlich Gewesenem, Beherrbergendem, gelassen vergehendem Realen stellt ein Still-Leben des Archaischen dar. Sie kann und mag uns unsere Lebendigkeit spüren und bewusst werden lassen, uns so Gegengewicht bieten, zu einer schnelllebig, bunten Welt des schnell Benutzens und Vergessens. Eine Rückbesinnung auf Herkunft, Heimat und Bedeutung subjektiver und objektiver Endlichkeit des wahrgenommen Lebens.

Ich gehe nicht ohne Fotokamera aus dem Haus. Auch heute noch analog mit einer Leica IIf (1951) und einer Minolta SRT 100X (1975) aber natürlich auch mit verschiedenen digitalen SLR Kameras unterschiedlicher Hersteller (Sony, Nikon) sowie meiner geliebten Ricoh Gr Digital
Ich nutze Festbrennweiten, weil sie mich dazu zwingen, mein Motiv zu analysieren und mich auf das Objekt zu konzentrieren.

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